ABC für Kinder unter Drei


Aufnahme


Die Eltern melden ihr Kind im Kindergarten in Form eines Anmeldebogens an. Im Rat der Tageseinrichtung wird dann entschieden, welche Kinder aufgenommen werden. Die Eltern erhalten Vertragsunterlagen und einen Brief in dem die Spielnachmittage / Schnuppertage aufgeführt sind. Ausserdem gibt es einen Fragebogen über Schlafgewohnheiten, Essen, Pflege, Krankheiten, ...

 

Beobachtungen

 

Kurz notiert werden von uns die Beobachtungen, Entwicklungen und Auffälligkeiten der Kinder unter Drei. So können wir uns im Team darüber austauschen und die Kinder in den einzelnen Entwicklungsstufen unterstützen. Bei Elterngesprächen dienen sie als Grundlage

 

Betreuung

 

Die Erzieherinnen bilden sich in Fortbildungen weiter. Auch im Bereich Kinder unter Drei. Wir legen Wert auf eine liebevolle Begleitung und Förderung in allen Entwicklungsphasen. Zum Wohle des Kindes.

 

Bewegung

 

Kinder unter Drei sind dynamisch und viel in Bewegung. Sie trainieren ihren Gleichgewichtssinn (balancieren, klettern, rutschen, krabbeln, ziehen, tragen, laufen, greifen) sie erobern ihren Körper mit Kraftanstrengungen. 

Zunehmend beherrschen sie auch die Feinmotorik (Gebrauch der Hände).

Wir unterstützen durch verschiedene Materialien und Ebenen, Bälle, Rampe, ...

Wir wecken Interesse, geben Beispiele, regen an und ermutigen die Kinder.

 

Eigener Wille

 

Bei Kindern unter Drei beobachten wir einen starren Eigensinn. Das Kind sieht nur sich selbst. Erst mit 18 Monaten entwickelt sich ein Bewusstsein über unterschiedliche Handlungen.

Wir Erzieherinnen sind deshalb wachsam, wir schützen die Kinder vor Gefahren / anderen Kindern und haben Verständnis für die Entwicklungsstufe.

 

Entwicklungsstufen

 

Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. In den ersten drei Jahren entwickelt sich die Körperkontrolle, Sprache, optische und akustische Wahrnehmung, Feinmotorik, der eigene Wille und der Kontakt zu Anderen.

 

Ernährung

 

Zu einer guten Entwicklung des Kindes trägt auch eine gesunde, vitaminreiche Ernährung bei.

Deswegen sollten Eltern darauf achten, dass das Frühstück / Mittagessen gesund und nährwertig ist.

 

Ereignisse

 

Über Ereignisse wie alleine laufen, alleine klettern, alleine einschlafen, Dreirad fahren, ... freuen wir uns mit den Kindern. Bei Geburtstagsfeiern gehören die "Kleinen" im Stuhlkreis dazu.

 

Kleidung

 

Die Kinder dürfen im U3-Raum ihre Strümpfe ausziehen. Das Barfussgeher ist in manchen Situationen wichtig für die Kinder. Sie haben dadurch einen besseren Halt/Gefühl. Auch ist es sinnvoll dem Kind Stoppersocken mitzugeben.

 

Malen

 

Verschiedene Malutensilien wie Fingerfarbe, Wachsmalstifte, Buntstifte, unterschiedliche Papier- und Papparten, Malen in den Sand, stehen den Kindern zur Verfügung. Dies fördert die Feinmotorik, den Pinzettengriff, die Kreativität, die Konzentration, das Kennenlernen der Farben, die Freude am Tun.

 

Missgeschicke

 

Durch Missgeschicke lernt das Kind. Tut es sich nicht weh, wie die Welt in Watte gepackt ist, nimmt das Kind alles als ungefährlich hin. Die Folge: Überschätzung, Waghalsigkeit. Die ein oder andere Beule ist also lehrreich.

 

Mittagessen

 

Auf das Mittagessen, das Sie ihren Kindern mitgeben und das in der Mikrowelle erhitzt wird, freuen sich die Kinder.

 

Miteinander

 

In den ersten zwei Jahren beschäftigt sich das Kind vor allem mit sich selbst, Persönlichkeitsentwicklung. Danach entsteht ein Bewusstsein für Andere. Die Kinder spielen miteinander. Jetzt lernt das Kind sein Verhalten zu kontrollieren, Grenzen einzuhalten, den sozialen Umgang, von einem Nebeneinander zu einem Miteinander, nicht gegeneinander.

 

Raum

 

Wichtig ist für die Kinder unter drei ein Raum, der Schutz und Halt vermittelt, einen Entfaltungsraum in dem das Kind Wärme, Geborgenheit, Aufmerksamkeit und Freude erfährt. In dem es Gemeinschaft mit anderen Kindern erlebt.

 

Rituale

 

Bestimmte Regeln, die eingeübt oder unbewusst den Ablauf des Kindergartens prägen, geben Halt und schaffen Struktur. Kinder lieben Rituale, immer wieder, zur gleichen Zeit: ein Lied, eine Ruhepause, eine Geschichte oder An- und Ausziehen, die Ordnung am Ende der Spielzeit. Rituale geben Sicherheit.

 

Rollenspiele

 

Freies, spontanes Spiel fördert die nötigen Entwicklungsschritte. Beim Rollenspiel, das sich im zweiten Lebensjahr entwickelt, ist das Kind völlig versunken in seine Tätigkeit, in eine bestimmte Rolle. Vater, Mutter, Bauarbeiter, Tiere, ... alles wird nachgespielt, in Bewegung umgesetzt. Gefühle, Wünsche, Ängste, Wut, Freude und Trauer kann das Kind jetzt im Rollenspiel ausdrücken.

 

Sauberkeitserziehung

 

Im Wickelraum hat jedes Kind seine eigene Schublade. Dort sind Pampers, Wechselwäsche und Cremes individuell eingeordnet. In einem Protokoll wird der Pamperswechsel und Auffälligkeiten notiert.

Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr fängt das Kind an trocken zu werden. Dabei benutzt es ein Töpfchen und/oder die Toilette.

Wir unterstützen die Entwicklung mit Absprache der Eltern, erinnern und loben das Kind.

 

Schlafen

 

Das Kind kann nach Absprache mit dem Elternpaar Mittags bei uns, im Kinderbett mit eigenem Schlafsack und Schnuller/Kuscheltier, schlafen. Der Schlaf wird mit Babyphons überwacht. Ein Schild fordert andere Eltern auf, leise zu sein.

 

Spielmaterial

 

Im Raum für unter Dreijährige befinden sich Gegenstände die sich zum Stecken, Legen, Bauen, Ein- und Ausräumen, Sortieren und Konstruieren eignen, Stofftiere und Puppen, Alltagsgegenstände, Naturmaterialien, Anregungen für alle Sinne. Dies fördert die Eigenständigkeit.

 

Sprache

 

In den ersten drei Jahren entwickelt sich die Sprache: Körpersprachen, Lallen, Laute, erste Wörter, Zweiwortsätze, Frage- und Antwortsätze, Erkennen und Benennen verschiedener Gegenstände.

Wir fördern das Kind durch klare Aussprache, Kontakt von Angesicht zu Angesicht, durch Fingerspiele, Lieder, Reime, reale Welt in Bilderbücher, greifen Einflüsse aus der Welt des Kindes auf.

 

Trennungsphase

 

Die Trennungsphase verläuft in vielen kleinen Schritten, über einen längeren Zeitraum. Die Eltern begleiten die Kinder an Anfang, dann findet ein langsames Lösen durch Spiel und Kontakt zu der Erzieherin statt. Kuscheltiere sind ein Stück Geborgenheit von Zuhause. Nach einiger Zeit vergisst das Kind sich im Spiel. In dieser Zeit sind Versteckspiele hilfreich. Was weg ist, kommt auch wieder.

 

Trotzphase

 

Im Trotzalter entwickelt das Kind die Fähigkeit sich später durchzusetzen. Es sind die Wurzeln zum gesunden eigenen Willen. Wir wollen dem Kind helfen, in dieser Phase trotzdem Grenzen einzuhalten, wir lenken um oder ab, indem wir die Aufmerksamkeit auf etwas anderes konzentrieren. Überzeugung und Konsequenz auf liebevolle Weise.

 

Umgebung

 

Durch Umgestaltung und Neuanschaffungen ist eine Umgebung geschaffen worden, in der sich Kinder unter Drei wohlfühlen können. Ein eigener U3-Raum, ein Wickelraum, eine abgetrennte Ecke im Gruppenraum und ein Spielplatz mit neuen Geräten für alle Kinder unter drei Jahren.

 

Vorbild

 

Eltern, Erzieher und alle Bezugspersonen sind wichtige Vorbilder für das Kind. Sie beobachten uns und ahmen den Erwachsenen und sein Verhalten nach.

 

Vertrauen

 

An den Spiel- und Schnuppertagen lernt das Kind den Kindergarten und die Erzieher/innen kennen. Durch Beobachten und Zuwenden, viel Verständnis und eine liebevolle Begleitung entsteht ein vertrauensvolles Verhältnis zum Kind. Dabei bestimmt das Kind die Zeit, wann es Zuneigung erwidert und zeigt, sich wohlfühlen in der neuen Umgebung.

 

Wiederholung

 

Kinder brauchen Dinge die eine maximale Anstrengung erfordert, sie wollen unabhängig von anderen Personen ausprobieren, den Erwachsenen nachahmen. Dabei helfen ihnen die Wiederholungen. Diese sind wichtig für ein sinnvolles Lernen. Ausdauer und innere Beteiligung (Engagement) - Konzentration auf eine Tätigkeit. Wichtig für das ganze Leben

 

Zahnpflege

 

Jedes Kind hat seine eigene Zahnbürste und Zahnputzbecher. Auch die Kinder unter Drei putzen nach dem Mittagessen mit Begleitung der Erzieherin, selbstständig die Zähne.

 

Zusammenarbeit

 

Eine gute Zusammenarbeit / Austausch zwischen Eltern und Erzieherinnen, durch Tür-und-Angel-Gespräche während den Bring- und Holzarten, sind wichtig.

Sie tragen dazu bei, dass das Kind individuell betreut wird.

 

Zuwendung

 

Wir haben die Möglichkeit in einem eigen eingerichteten Raum, mit geringer Kinderzahl und ausgebildeten Erzieherinnen dem Kind die notwendige Zuwendung, Fürsorge, Geduld, Aufmerksamkeit und Verständnis entgegenzubringen.